Marktgemeinde Baumgartenberg



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Unsere Heimat - Der Bezirk Perg

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Unsere Heimat - Der Bezirk Perg
Markterhebung 2000
Wirtschaftsstandort Machland
OÖ. Landeswappen aus Baumgartenberg
Stiftskirche Baumgartenberg
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Da sind wir daheimDa sind wir daheim

Heimat , das kann sein: Land der Kindheit, jenes Haus und jene Gegend, in der das Kind erstmals seine Eindrücke von Welt in sich aufnimmt, die zu einem bleibenden Bild und einer Grundgestimmtheit für das ganze Leben werden.

Heimat, das kann werden: Jene Gegend, in die der Mensch sich später neu einwurzelt durch die Bindung an einen geliebten Menschen und durch seine Tätigkeit im Beruf und im außerberuflichen gesellschaftlichen Umfeld.

In beiden Fällen aber sind es nicht nur die Menschen, die prägend wirken: die Eltern, die Geschwister, die Freunde, die Arbeitskollegen.

Jede Gegend, in der Menschen leben und arbeiten, jeder geographische Raum mit seinen natürlichen Bedingungen, sie formen den Menschen mit und prägen einen Menschenschlag.

Baumgartenberg

Wirtschaft und Kultur im Einklang

Lage und Ortsentwicklung

Lage und Ortsentwicklung Genau dort, wo die Böhmische Masse mit ihren Ausläufern der Donau zu in die fruchtbare Machlandebene übergeht, liegt Baumgartenberg. Das Kloster und die Stiftskirche strahlen wie seit Jahrhunderten Harmonie, Religiosität und Schönheit aus und bilden das Herzstück des Ortes. Die barocke Pracht der Kirche versetzt jeden Besucher in Staunen und lädt zum Verweilen ein. Diese Klosteranlage wurde entsprechend der Zisterzienserregel in einem flach gelegenen Gelände am Fuße des Ulrichsberges errichtet. Die heutige Pfarr- und Stiftskirche mit der wunderbaren barocken Ausstattung zählt zu den schönsten Kirchen im Lande.
Das Gemeindegebiet entwickelte sich erst in den Fünfzigerjahren unseres Jahrhunderts zu der derzeitigen Größe von 15,72 km²

Erst mit der Abschaffung der Untertanenverhältnisse im Jahre 1849 entstand die politische Gemeinde Baumgartenberg, die aber nur einen kleinen Teil der Pfarrgemeinde ausmachte. Im Jahre 1955 kamen durch die Auflassung der Gemeinde Puchberg die Ortschaften Baumgartenberg West, Deiming, Steindl, Kolbing und Hehenberg zu Baumgartenberg, ein Jahr später wurden die Ortschaften Kühofen, Mettensdorf , Pitzing und Lehen 1 aus der Gemeinde Mitterkirchen übernommen. Obwohl das geschichtsträchtige Kloster eine große Bedeutung im ganzen Land auf religiösem, kulturellem und auch politischem Gebiet hatte, entwickelte sich der Ort als politische Gemeinde eigentlich bis ins letzte Jahrhundert überhaupt nicht. Heute jedoch setzt Baumgartenberg als bedeutender Wirtschafts- und Bildungsstandort zwischen Perg und Grein starke Impulse auch für die Umgebung.

Kreuzstock am Mühlberg Im Norden grenzt es ein kurzes Stück an Münzbach, im östlichen Hügelland an Klam, in der Ebene an Saxen, im Süden trennt die Donau Baumgartenberg von Niederösterreich. Das komplett ins Machland ingebettete Mitterkirchen schließt sich im Westen an, gegen Nordwesten hin verläuft die Grenze zu Arbing.

Die 1896 mitten durch den Ort errichtete Donauuferbahn hemmte stets die Entwicklung des Ortskernes.

In den Ortschaften Hehenberg, Kolbing, Amesbach, Steindl und Schneckenreitsberg eignen sich die Böden aufgrund der Hanglagen nur bedingt zur Ackerwirtschaft, während sie in den Ortschaften Deiming, Baumgartenberg, Ober- und Untergassolding, Schneckenreitstal und vor allem Mettensdorf, Pitzing, Kühofen, Au und Lehen ideale Voraussetzungen für den Feldanbau bieten.


Markterhebung im Jahre 2000

Obwohl sich Baumgartenberg einerseits in wirtschaftlicher Hinsicht stark entwickelte und veränderte, hält es andererseits an der Tradition fest.

Jahrhundertelang erfüllte das Wirken des Klosters den Bildungsauftrag, und heute lebt dieser Geist in den vielen Schulen des Ortes weiter. Die Wurzeln der 850-jährigen Geschichte als geistiges, kulturelles und wirtschaftliches Zentrum geben der Machlandgemeinde Baumgartenberg eine zukunftsweisende Blickrichtung. Bereits jetzt wird die Möglichkeit, im Jahre 2000 zum Markt erhoben zu werden, diskutiert und vorbereitet.

Bildungs- und Sozialwesen

Eine 5-klassige Volksschule (1 Klasse befindet sich als Sonderform der Pflichtschuloberstufe im Kloster), eine 11-klassige Hauptschule, sowie im Kloster die einjährige Haushaltungsschule, die zweijährige Fachschule für wirtschaftliche Berufe, die Berufsschulen für Damenkleidermacherinnen und Wäschenäherinnen bieten eine reiche und vielfältige Palette auf dem Bildungssektor.

Eine Musikschule wird demnächst errichtet. Ein katholisches Privatgymnasium im Kloster steht zur Diskussion.

Seit Jahrhunderten verfolgte das Kloster den gleichen Zweck - den Menschen zu dienen. Die Schwestern vom Guten Hirten arbeiten sehr engagiert auf sozialem Gebiet, betreuen mit Helfern vor allem gefährdete Mädchen sowie im Fürsorge- und Pflegeheim körperlich und geistig mehrfach behinderte Frauen.

Neuerdings kümmert sich ein in Baumgartenberg neuerrichteter Sozialmedizinischer Stützpunkt um jene Mitmenschen, die Pflegehilfe benötigen.

Positiv darf erwähnt werden, dass gottseidank viele Hilfsdienste in Form von Nachbarschaftshilfe unentgeltlich geleistet werden.

Dieses Zusammengehörigkeitsgefühl stärkt jeden einzelnen und äußert sich auch in den zahlreichen aktiven Vereinen.


Wirtschaftsstandort im Machland

Frühlingsblumen in der Bruderau Dank rechtzeitiger Weichenstellungen entwickelt sich Baumgartenberg immer mehr zu einer wirtschaftlichen Drehscheibe zwischen Perg und Grein.

Über 450 Arbeitsplätze in guten Mittel- und Kleinbetrieben beleben die gesamte Region. Allein die Firma Hueck Folien GesmbH. beschäftigt über 200 Mitarbeiter.

Ideale infrastrukturelle Einrichtungen, wie Verkehrsnetz, Wasser, Kanal und eine Erdgasleitung, begünstigen diese Entwicklung.

Eine entsprechende Raumordnungsplanung ermöglicht auch weitere Betriebsansiedelungen. Baumgartenberg liegt am Donauradweg und wird von vielen Pedalrittern wegen der prachtvollen Stiftskirche besucht. Gasthäuser und auch immer mehr Privatvermieter nehmen diese Gelegenheit des sanften Tourismus wahr.

Die gute Wirtschaftsstruktur ermöglicht der Gemeinde Baumgartenberg ein eigenverantwortetes und gutes Arbeiten, dennoch belasten laufende Bauvorhaben wie Kanal und die Errichtung eines Kindergartens das Budget erheblich. Die Musikschule und ein Bauhof sind weitere geplante Projekte.

1993 betrug das Budget im ordentlichen Haushalt S 26,8 Mio, der außerordentliche Haushalt wies einen Betrag von S 18,9 Mio. an Ausgaben und S 18,5 Mio. an Einnahmen auf. Über 90 Prozent der Baumgartenberger Haushalte sind an die gemeindeeigene Ortswasserleitung angeschlossen. Ein Tiefbrunnen in Obergassolding (1965 errichtet) sowie einer in Hehenberg (1976) liefern gutes Trinkwasser in ausreichender Menge.

Das Wappen der Herren von Machland (heutiges Landeswappen) Ein eigener Nutzwasserbrunnen im südlichen Teil der Ortschaft Baumgartenberg versorgt die Firma Hueck Folien GesmbH. mit Wasser für betriebliche Zwecke. Zusammen mit Tobra, Arbing und Saxen betreibt Baumgartenberg die Gemeinschaftskläranlage Machland Ost mit Standort Saxen. Zur Zeit werden bzw. wurden die Ortschaften Ober-, Untergassolding, Schneckenreitstal, Baumgartenberg, Kühofen sowie der östliche Teil von Deiming angeschlossen. Weitere Kanalstränge sind in Planung und werden in nächster Zeit realisiert.

Die Donauuferbahn, die Bundesstraße 3 und andere wichtige Verbindungen betten Baumgartenberg in ein dichtes Verkehrsnetz ein. Dadurch ergibt sich eine gute Anbindung an die größeren Zentren.

Die Gemeinderatswahl 1991 setzte folgendes Mandatsverhältnis fest: ÖVP 12, SPÖ 5, FPÖ 2. Seit 1946 stellt stets die ÖVP den Bürgermeister. Bis 1990 leitete Bürgermeister ÖR Franz Gusenbauer 3 Jahrzehnte hindurch die Geschicke dieser Gemeinde, ihm folgte der Landesbediensteter Erwin Kastner. Sachliche und konstruktive Zusammenarbeit prägen den Stil der politischen Arbeit.

Am 9. Juni 1985 wechselte die Gemeindeverwaltung von angemieteten Klosterräumen in das mitten im Ort neu errichtete Gemeindehaus. Dieses beinhaltet neben den Amtsräumen eine Mutterberatung, ein Musikheim, einen Schützenraum sowie Wohnungen. Im Anbau befindet sich die Zeugstätte der Freiwilligen Feuerwehr. Der Sitzungssaal dient zugleich auch als Standesamt. Vier engagierte Mitarbeiter besorgen mit modernsten Bürogeräten die Aufgaben der Gemeindeverwaltung.


OÖ. Landeswappen aus Baumgartenberg

Das oberösterreichische Landeswappen stammt aus Baumgartenberg und leitet sich aus dem Wappen der Herren von Machland ab. Eine Abbildung auf dem Baumgartenberger Urbar (1335) und das Stiftswappen im Chorgestühl zeigen dies ganz deutlich. Es wurde vermutlich deshalb zum Landeswappen genommen, um die damals herrschenden Fehden zu dämpfen und nach außen hin Einigkeit zu demonstrieren.

Stift Baumgartenberg - Gründung und Aufstieg

Initiale S aus Heiligenviten - Baumgartenberger Urbar Die Ehe Ottos von Machland aus dem wohlhabenden Geschlecht der Machländer und seiner Gemahlin Gräfin Jutta (Jeuta) von Peilstein blieb kinderlos. So entschlossen sich beide, den Großteil ihres Besitzes der Kirche zu schenken. Eine enge Beziehung zum Zisterzienserkloster in Morimond (Frankreich), aus dem die ersten Mönche kamen, und daraufhin zum Kloster in Heiligenkreuz (NÖ) verhalf Otto von Machland zur Stiftung des Zisterzienserklosters in Baumgartenberg (6, Mai 1141).

Bereits ein Jahr später wurde mit dem Bau der Kirche begonnen. Gemäß der Ordensregel "Ora et labora" (Bete und arbeite) entstand hier ein reges Leben, das Baumgartenberg bald eine wirtschaftliche, religiöse und kulturelle Glanzzeit bescherte.

Durch Kauf und Schenkungen, um das ewige Seelenheil zu erlangen, wuchsen die Besitzungen in der näheren und weiteren Umgebung bis über die Landesgrenzen hinaus. Ständige Zu- und Umbauten bezeugen auch die weltliche Macht.

Baumgartenberger Urbar 1335Besondere Bedeutung erlangte das Kloster mit seinen vielen und prachtvollen Handschriften. Als besonderes Juwel gilt das Baumgartenberger Urbar (Aufzeichnungen für bestimmte Dienste und Leistungen an das Kloster) aus dem Jahre 1335. Dieses ermöglicht uns, die Verhältnisse von damals zu beurteilen.

Im 15. Jahrhundert plünderten und brandschatzten die Hussiten aus Böhmen Kloster und Kirche. Insgesamt waren die Zisterzienser zu dieser Zeit mit vielen Problemen konfrontiert. Im 17. Jahrhundert jedoch erlebte das Kloster nach dem Dreißigjähren Krieg und der Bannung der Türkengefahr eine Hochblüte, die sich auch in baulichen Veränderungen widerspiegelte. So wurden für die Barockisierung der Kirche die besten Künstler beauftragt. In dieser Zeit erlangte der Abt auch in weltlichen Angelegenheiten als Mitglied des ständischen Ausschusses bedeutenden Einfluss. Spätere wirtschaftliche Krisensituationen nützte Joseph II. zur Aufhebung des Klosters, das in eine Männerstrafanstalt umfunktioniert wurde. Die Stiftskirche diente von nun an als Pfarrkirche. Später kam das Kloster für kurze Zeit in den Besitz der Jesuiten, die es aber 1865 an die Schwestern vom Guten Hirten verkauften. Diese setzten ihre Arbeit auf sozialem Gebiete fort und widmen sich seither der Betreuung von älteren, pflegebedürftigen und sozial an den Rand gedrängten Mitmenschen. Sowohl die Schwestern vom Guten Hirten als auch die in diesem Hause arbeitenden Menschen bemühen sich stets um gute Kontakte zur Bevölkerung von Baumgartenberg.

Ein harmonisches Miteinander zeugt von der gelungenen Partnerschaft.


Chorgestühl von einem unbekannten MeisterStiftskirche - ein Juwel barocker Baukunst

Wahrlich in Staunen versetzt wird der Besucher, der die Stiftskirche in Baumgartenberg betritt. Die Außenansicht der Kirche bildet einen harmonischen Gesamteindruck, obwohl drei Baustile erkennbar sind. 1142 begonnen, entstand in über einhundertjähriger Bauzeit eine romanische Basilika gemäß der Zisterzienserarchitektur nach burgundischem Vorbild.

Die wunderschöne barocke Stiftskirche zieht viele Besucher an Die gotische Vorhalle sowie ein Chorumgang wurden später dazu gefügt. Tritt man durch das romanische Portal in das Innere der Kirche, erstrahlt durch den großartigen Lichteinfall vollkommene Harmonie. Die überreiche und reizvolle Ausgestaltung lädt zum Verweilen und Bestaunen ein. Im Bewusstsein der neuen Glaubensfreude ließen die Äbte im 17. Jahrhundert die nüchterne Kirche barockisieren. Beste Künstler der damaligen Zeit, unter ihnen der bekannte Stuckateur Bartolomeo Carlone, schufen ein Gotteshaus in verschwenderischer, kunstvoller Pracht. In schier grenzenloser Vielfalt wechseln die Ornamente und Darstellungen. Keine Rippe, kein Bogen oder Feld gleicht dem anderen. Der mächtige Hauptaltar zeigt das Bild Mariä Himmelfahrt, viele kleinere Altäre, ebenso wunderbar gestaltet, zeigen das Leben und das Wirken von Heiligen. Als besonderes Meisterwerk gilt das von einem unbekannten Meister geschnitzte Chorgestühl. Umrankt von prächtigem Rankenwerk ist hier das Stiftswappen (heutiges Landeswappen) eingearbeitet. Die überreich geschnitzte Kanzel ragt aus dem Leib des heiligen Bernhard. Symbolisch soll sie die Früchte weitergeben. Eine wundervoll verzierte Orgel kommt aus der bekannten Passauer Werkstätte Freundt.

Quelle: Bezirksheimatbuch Perg (1995)
Text zu Baumgartenberg: Karl Gusenbauer

Aktualisiert (16. Oktober 2012) - 7095 Zugriffe

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